Das Ergebnis einer Qualzucht

Sanny - für immer in unseren Herzen

Diese Geschichte steht stellvertretend für viele Welpen, deren Leben viel zu kurz war, weil skrupellose Menschen aus Geldgier ohne Verstand vermehren.

 

An einem Samstag im August fuhren wir zu einem befreundetem Tierheim in Belgien. Wir wollten dort Joshie abholen, einen fünf Monaten alten Cocker, der abgegeben wurde, weil er nach einem Kind geschnappt hat.

 

Als wir dort ankamen, wurden wir von vielen Hunden begrüsst. Von sehr vielen Hunden. Überwiegend Rassehunde, die für die Zucht nicht mehr zu gebrauchen waren. In Belgien wird noch sehr, sehr viel vermehrt und die Welpen in Geschäften und auf Märkten verkauft. Die Muttertiere vegetieren unter schlimmsten Bedingungen in riesigen Halle vor sich hin, bis sie nicht mehr gebraucht werden. Oftmals finden sie dann den Tod oder werden von Tierschützern gerettet.

 

Wärend wir die Papiere für Joshie fertig machten, schmuste auf einmal ein Hund um unsere Beine... Sanny. Für uns Cockerleute ein ungewohnter Anblick, denn Sanny war ein Shar Pei, und die vielen Falten beeindruckten schon.

 

Ich kann nicht erklären, was dann passierte. Dieser kleine Hund, von uns liebevoll Raupe genannt, schlich sich in unser Herz und verankerte sich fest darin. Wir waren schon fast weg, als wir entschlossen, Sanny mitzunehmen, denn Sanny hat - wie viele Vermehrerwelpen - deformierte Vorderbeinchen und einen Nickhautvorfall und brauchte dringend professionelle ärztliche Betreuung.

 

Noch beim Wegfahren wussten wir, wie verrückt diese Aktion war. Niemand von uns kannte sich mit der Rasse aus, wir konnten uns nur entfernt vorstellen, wie teuer die ganzen Behandlungen werden könnten, Sorgen um das Budget des Vereins verfolgten uns. Hier flossen bei uns das erste mal die Tränen... die Eindrücke in dem Tierheim, diese hilflose Suche nach Liebe der kleinen Sanny, der verstörte Cocker Joshie, der Geruch der Hunde im Auto, all das war einfach zu viel.

 

Sanny kam also erstmal mit auf den Gnadenhof, wo sie von den anderen Bewohnern bestaunt wurde wie ein Ausserirdischer.

 

Sannys Haut war in einem schlechten Zustand, nässende Stellen liessen auf Demodex-Milben schliessen und sie wurde sofort behandelt und mit einem Spezialschampoo gebadet. Wir machten sofort einen Termin im Tiergesundheitszentrum Grussendorf, wo Sanny von Spezialisten untersucht wurde. Man beschloss, sich vorrangig um die Augen zu kümmern, deren Zustand sich zusehends verschlechterte. 

 

Es folgte dann eine Odysee der Gefühle: verschiedene Leute wollten helfen, Sanny in Pflege nehmen, Kosten übernehmen, Sanny adoptieren. Sanny zog daher zu Nina, die mit in Belgien war. Meine Angst vor der Zukunft der kleinen Raupe liess mich wieder weinen... und jetzt im Nachhinein glaube ich, das war alles Schicksal, das es so kam, wie es kam.

 

Es passierte nämlich nichts: Sanny blieb bei Nina und wir nahmen uns nun vor, Sanny aus dem Netz zu nehmen und erstmal die Augen zu operieren. Sannys Gesundheitszustand war zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr so gut. Sie war oft heiss, hatte Fieber, die Haut entzündete sich immer wieder und die Augen waren schnell wieder verklebt, man kam mit dem Säubern kaum hinterher.

An einem Sonntag war es dann soweit: Sanny kam erneut in das Tiergesunheitszentrum Grussendorf und sollte an den Augen operiert werden. Wir hatten schon Bedenken, ob die OP stattfinden konnte, wegen Sannys Allgemeinzustand. Aber wir wollten sie nicht wieder verschieben.

 

Montag morgen rief mich dann die Augenspezialistin an, um die Behandlung für Sanny zu besprechen. Schon wärend dem Gespräch merkte ich, das es wohl nicht zu einer OP kommen würde, denn die Diagnose war mehr als niederschmetternd. Weinend hörte ich zu, wie sie immer mehr Baustellen an Sanny aufzählte und wir kamen zu dem Entschluss, das auch mehrere OP´s Sanny keine Erleichterung bringen würden. Die Ärztin hielt Rücksprache mit dem Knochenspezialisten - denn Sannys Beinchen waren ja auch nicht ok - und gemeinsam beschlossen wir, Sanny von ihren Qualen zu erlösen.

Sanny wurde nur 7 Monate alt. Nina begleitete unsere kleine Raupe auf ihren letzten Weg.

 

Ihre Geschichte sollen all die Menschen lesen, die aus Unwissenheit immer wieder Welpen von Vermehrern kaufen. Welpen wie Sanny gibt es mehr, als man denkt, nur erfährt fast nie jemand von ihnen, weil sie einfach getötet werden.

 

Bitte unterstützen Sie keine Vermehrer, damit Welpen wie Sanny gar nicht erst geboren werden!!!








Der Gnadenhof ist ein Tochterprojekt von CoSeNot e.V.